WALLIS BIRD

Support: Floatinghome

Mittwoch, 16. Oktober

Einlass 19 Uhr | Beginn 20 Uhr

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 Am Anfang ist die Wut. Was im Falle von Wallis Birds neuem Album durchaus wörtlich gemeint ist. Denn „WOMAN“ ist zwar eine erhebende, erhabene, ergreifende Platte voller Liebe, Seele und Empathie – aber bis dahin war es ein weiter Weg und ein stetiger Kampf, den die irische Songwriterin erst für sich entscheiden musste. Ein Kampf gegen die Arschlöcher, die Ewiggestrigen, die Schwarzmaler, die Hetzer – Feindbilder, die dieser Tage viel weniger abstrakt erscheinen, weil sie auf einmal im eigenen Bekanntenkreis rumstehen könnten. Es ist deshalb nur konsequent, dass dieses Album mit einem Lied beginnt, von dem Wallis selber sagt: „Am Wütendsten war ich bei ‚As The River Flows‘. Es ist eine Art Konversation mit diesem extrem rassistischen Typen, den ich noch aus meiner Schulzeit kenne. Eine irgendwie auch traurige Gestalt. Ich glaube, der hat noch nie im Leben mit einem Schwarzen gesprochen und trotzdem dieses vernagelte Weltbild.“ Eines, das ja gerade Konjunktur hat: Sich ungerecht behandelt fühlen, aber lieber nach unten treten und zum Beispiel gegen Flüchtende hetzen. Wallis stellt ihn quasi zur Rede – mit Wut, aber eben auch mit einem letzten Appell an die Empathie: „What are you scared of / Aren’t you brave enough / To pave a basic decency for human kind?“ Sie singt auch einen Namen, der niemals in Vergessenheit geraten darf: Alan Kurdi. So hieß der kurdisch-stämmige, syrische Junge, dessen Leiche im September 2015 an der türkischen Mittelmeerküste angespült wurde, nachdem er beim Versuch Europa zu erreichen ertrunken war.

„As The River Flows“ ist trotzdem kein aggressiver Punksong, sondern etwas, das Wallis augenzwinkernd „Solk“ nennt – eine Kreuzung aus Soul und Folk. Den Folk kennt man natürlich aus ihrem Oeuvre, lassen sich ihre bisherigen fünf Alben doch in diesem Genre verorten. „WOMAN“ jedoch neigt sich eher dem Soul zu. Denn der ist für sie eine essentielle Antwort auf die Frage, die nach der Wut kam: Wie kann man diese eigentlich überwinden? „In den letzten Jahren wurde ich, wurden wir alle permanent mit schrecklichen Nachrichten befeuert“, erzählt Wallis. „Überall Ungerechtigkeit, Konflikte, die wieder aufbrechen, Rechte, die immer lauter pöbeln und ein Maß an Umweltverschmutzung und fehlendem Respekt vor unserem Planeten, der mich schwindelig macht. Ich musste mich einfach damit auseinandersetzen. Wenn ich mich schon auf die Bühne stelle und etwas singe, dann sollte es etwas sein, das sich dieser Probleme bewusst ist und vielleicht sogar etwas anbietet, das uns weiterhilft. Und bei mir ist das eben der Fokus auf Empathie, Hoffnung und die Kraft der Liebe.“